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Der Arbeitgeber hat das Direktionsrecht im Betrieb, dies besagt, dass der Arbeitgeber auf der Grundlage des mit dem Arbeitnehmer geschlossenen Arbeitsvertrages ein Weisungsrecht im Sinne des § 315 ff. des BGB ausüben darf. Dieses Weisungsrecht bezieht sich unter anderem auf Ort, Dauer und Inhalt der Tätigkeit des Arbeitnehmers. Trotz oder gerade wegen dieses Weisungsrechtes kommt es häufig zu Auseinandersetzungen und Reibereien zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die nicht selten vor dem jeweils zuständigen Arbeitsgericht enden. Fest steht, dass der Arbeitnehmer den Weisungen seines Arbeitgebers Folge zu leisten hat, tut er dies nicht, so stellt dies bereits einen Kündigungsgrund dar. Allerdings unterliegt auch das Direktionsrecht des Arbeitgebers der Kontrolle der Gerichte und darf die Grundrechte des Arbeitnehmers nicht verletzen. Ist ein Betriebsrat vorhanden, so ist dieser in Bezug auf das Direktionsrecht mitbestimmungspflichtig.

Abmahnungen durch den Arbeitgeber

Die Abmahnung stellt ein disziplinarisches Mittel des Arbeitgebers dar, mit dem er den Arbeitnehmer zur Verhaltensänderung auffordert. Sie soll ein Hinweis sein, eine Warnung aussprechen, zugleich aber Fehlverhalten in Bezug auf eine etwaige künftige Kündigung dokumentieren. Abmahnungsgründe sind üblicherweise schlechte Leistung, Arbeitsbummelei, Unpünktlichkeit, Nichtbefolgung von Weisungen oder das Begehen von Straftaten durch den Arbeitnehmer, z.B. Diebstahl. Der Arbeitgeber trägt dabei die Beweislast. Eine Abmahnung muss stets nach dem Fehlverhalten, spätestens jedoch nach dessen Bekanntwerden, ausgesprochen werden.

Was tun bei einer Kündigung?

Gegen eine Kündigung kann und sollte der Mitarbeiter, zumal wenn sie grundlos ausgesprochen wurde, vorgehen. Hierzu muss er beim zuständigen Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der Kündigung einlegen. Das Arbeitsgericht wird dann einen sogenannten „Gütetermin“ anberaumen. Dieses ist die erste arbeitsgerichtliche Instanz, in der der Arbeitnehmer sich noch nicht von einem Anwalt vertreten lassen muss. Dennoch ist die Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes für Arbeitsrecht zu empfehlen, zumal dann, wenn davon ausgegangen werden muss, dass auch der Arbeitgeber sich bereits im Gütetermin anwaltlich vor Gericht vertreten lässt. Im Gütetermin wird das Gericht versuchen, eine (meist finanzielle) Einigung zu erzielen.

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