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Eine Kündigung ist unangenehm, doch dem richtigen Vorgehen lässt sich das Ärgste vermeiden.

Sobald sich eine Kündigung durch das Verhalten von Vorgesetzten abzeichnet, empfiehlt es sich, mit dem Betriebsrat Kontakt aufzunehmen. Eine Kündigung bedarf immer der Zustimmung durch den Betriebsrat, daher können Betriebsräte hilfreiche Ratschläge und Informationen geben.

Stimmt der Betriebsrat der Kündigung nicht zu, hindert das den Arbeitgeber nicht daran, die Kündigung auszusprechen, doch die Chancen, vor dem Arbeitsgericht zu obsiegen steigen deutlich.

Häufig beginnen Arbeitgeber den Prozess der Kündigung mit dem Angebot eines Aufhebungsvertrages mit einer Abfindungssumme. Dies gilt vor allem dann, wenn der Betriebsrat der Kündigung nicht zustimmt.

Diese Verhandlungen führen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer hat dabei – wie in allen anderen Gesprächen mit dem Arbeitgeber – das Recht, von einem Betriebsrat unterstützt zu werden. Die Höhe einer möglichen Abfindung wird frei verhandelt. Als Faustregel kann gelten, dass Gerichte Arbeitnehmern ungefähr ein halbes Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit zusprechen.

Bei der Verhandlung sollte bedacht werden, dass ein Aufhebungsvertrag eine Sperre durch das Arbeitsamt zur Folge haben kann. Eine Sperrfrist kann dann entfallen, wenn der Arbeitsvertrag auf jeden Fall gekündigt worden wäre und objektiv rechtmäßig wäre. Dabei sollte ein Arbeitnehmer unbedingt rechtliche Beratung in Anspruch nehmen, denn der subjektive Eindruck der Rechtmäßigkeit genügt nicht. Durch den Abschluss eines Aufhebungsvertrages ist das Arbeitsverhältnis wirksam beendet.

Eine Kündigung muss unverzüglich dem Arbeitsamt gemeldet werden. Unverzüglich bedeutet, dass der Arbeitnehmer die Meldung machen muss, sobald er von der bevorstehenden Kündigung erfährt. Es genügt nicht, die Arbeitslosigkeit zu melden, sobald der Arbeitsvertrag tatsächlich beendet ist.

Kommt es nicht zu einer gütlichen Einigung über einen Aufhebungsvertrag, muss binnen dreier Wochen nach Ausspruch der Kündigung eine Klage bei einem Arbeitsgericht eingereicht werden. Es ist daher sinnvoll, sich bei den ersten Anzeichen einer bevorstehenden Kündigung durch einen Anwalt beraten zu lassen. Weitere Informationen hierzu bietet auch die Kanzlei Heitfeld auf ihrem Webauftritt.

Nach Einreichung der Kündigungsschutzklage erfolgt zunächst ein Gütetermin vor Gericht. In diesem Gütetermin gibt ein Richter oder eine Richterin eine Prognose darüber ab, wie aussichtsreich eine Kündigungsschutzklage sein wird. Oft wird dabei auch ein Vorschlag zu einer gütlichen Einigung unterbreitet. Dieser Vorschlag kann die Zahlung einer Abfindung an den Arbeitnehmer enthalten.

Erst nach dem Gütetermin kommt es zu einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht. Das Arbeitsgericht entscheidet anhand der objektiven Fakten über die Rechtmäßigkeit einer Kündigung. Auch hier kann festgelegt werden, dass eine Abfindung zu zahlen ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Arbeitsverhältnis zerrüttet ist; was bei einer Klage der Regelfall sein dürfte.

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