Aktuelle Rechtstipps aus dem Bereich Arbeitsrecht

Posted by on Jan 13, 2014 in Allgemein | Keine Kommentare

Quelle folgender Tipps zum Thema Arbeitsrecht ist das Portal fachanwalt.de. Hier finden Sie nicht nur zu vielen anderen juristischen Fachbereichen aktuelle Rechtstipps. Dieses Portal bietet Ihnen v.a. die Möglichkeit, gezielt nach Fachanwälten für das Arbeitsrecht sowie anderer Rechtsgebiete in verschiedenen Städten Deutschlands zu suchen.

Werkvertrag statt Arbeitsvertrag

Arbeitnehmer nehmen für eine Anstellung oft einiges in Kauf. So kommt es schon mal vor, dass ein Arbeitnehmer auf seinen sozialen Schutzstatus verzichtet, weil er von seinem Arbeitgeber statt eines Arbeitsvertrages nur einen Werkvertrag angeboten bekommt.

Geschieht dies über Jahre hinweg, obgleich er weisungsgebunden und mit regelmäßigen Arbeitszeiten arbeitet und fest in die Unternehmensstruktur eingebunden ist, handelt es sich um einen eindeutigen Verstoß gegen das Arbeitsrecht.

Ein solcher Fall wurde am 25.09.2013 (Az. 10 AZR 282/12) vom Bundesarbeitsgericht zugunsten des Arbeitsnehmers entschieden, der auf eine unbefristete Übernahme geklagt hatte, nachdem er in vier Jahren insgesamt 10 Werkverträge mit einer Landesbehörde unterzeichnet hatte.

Filesharing am Büro-Computer

Illegales Filesharing kann teuer werden, nicht nur am privaten PC. Auch am Arbeitsplatz sollten Arbeitnehmer keine Musik oder Filme herunterladen, sharen oder streamen, da dies zur fristlosen Kündigung sowie zur strafrechtlichen Verfolgung führen kann.

Allerdings muss der Arbeitnehmer eindeutig beweisen können, dass der Mitarbeiter für das Filesharing verantwortlich ist.

So urteilte das Landesarbeitsgericht Hamm am 23.04.2013 (Az. 1 Ca 1139/12), dass die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers rechtswidrig war, weil der Arbeitgeber nicht ausschließen konnte, dass der PC auch von anderen Mitarbeitern benutzt worden war.

Mobbing: Anspruch auf Entschädigung entfällt bei Untätigkeit

Leider kommt es immer wieder vor, dass Arbeitnehmer von ihrem Vorgesetzten gemobbt werden.

In solchen Fällen besteht Anspruch auf Schmerzensgeld, allerdings nur dann, wenn der Arbeitnehmer nicht zu lange mit der Klage wartet.

Sowohl das Arbeitsgericht als auch das Landesarbeitsgericht Nürnberg wiesen daher am 28.10.2013 (Az. 5 Sa 525/11) die Klage eines Arbeitnehmers zurück, der nach seiner Kündigung im Jahr 2010 seinen früheren Arbeitgeber wegen Mobbings verklagt hatte.

Angeblich wurde er bereits seit 2006 von seinem Chef schikaniert, wofür er nun ein angemessenes Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 10.000 Euro forderte.
Die Richter entschieden, dass ein Anspruch auf Entschädigung inzwischen verjährt sei, da der Arbeitnehmer zu lange mit seiner Klage gewartet habe.

Mobbing-Opfer sollten daher umgehend tätig werden und sich an eine Beratungsstelle oder einen Arbeitsrechtanwalt wenden.

Mehr

Arbeitsrecht: ab wann lohnt sich der Anwalt?

Posted by on Jul 5, 2013 in Allgemein | Keine Kommentare

Im Arbeitsleben treten permanent Konflikte und unterschiedliche Sichtweisen auf. Dies ist normal, aber wenn ein Konflikt oder eine Situation dazu führt, dass sich ein Arbeitnehmer nicht mehr wohl fühlt, bzw. sogar die Kündigung droht, ist es sicher sinnvoll, juristischen Beistand in Anspruch zu nehmen.

Mobbing – oder schlichte Antipathie?

Dass sich auch im Arbeitsleben nicht alle lieben, ist normal. Ein Team wird zunächst einmal nach Kompetenzen zusammengestellt, und es wächst nach und nach zusammen. Manchmal gelingt dieser Prozess jedoch nur unvollkommen, und ein Team Mitglied bleibt außen vor bzw. wird immer mehr nach außen gedrängt. Dies kann sich in Form nicht erhaltener Informationen äußern, aber auch, indem die lange anstehende Beförderung komplett auf sich warten lässt. Sind solche Verhältnisse sozusagen normal menschlich, oder lassen sie sich abstellen?

Wenn jemand deutlich unter einer Situation leidet, sollte er zunächst den Vorgesetzten ansprechen, besonders, wenn zwischen diesem und dem betreffenden Arbeitnehmer eine Animosität herrscht. Oft lässt sich schon im Gespräch einiges klären und verbessern. Liegen die Probleme jedoch in der Team Struktur begründet, sollte dies auch im Team angesprochen werden. Wenn sich aber keine Besserung zeigt, deutlich wird, dass es sich um eine „Mobbing“ Struktur handelt, sollte man durchaus überlegen, juristischen Rat und Beistand anzunehmen.

Zu Unrecht verdächtigt – Hilfe in Anspruch nehmen

Neben dem recht häufigen Mobbing kommt es im Arbeitsleben aber auch zu anderen Situationen, in denen ein Mitarbeiter sich ungerecht behandelt fühlt. Er wird verdächtigt, Dinge an sich genommen zu haben, die der Firma gehören, oder es wird unterstellt, er störe mit seinem Verhalten den Betriebsfrieden. Ebenso häufig werden im Berufsleben Abmahnungen ausgesprochen, weil jemand während der Arbeitszeit privat telefoniert. Hier trifft man oft auf eine Art Grauzone, „Beweise“ stehen gegen Aussagen, und manchmal handelt es sich schlicht um eine Methode, das Personal zu dezimieren. Einen Anwalt zu nutzen, ist hier wirklich sinnvoll.

Mobbing, ungerechte Behandlung – man muss nichts hinnehmen

Die Arbeitswelt steckt voller Konflikte, Zweifelsfälle, wenn man so will, unterschiedlicher Interessen und Positionen. Wenn ein Mitarbeiter das Gefühl hat, gemobbt zu werden, oder wenn er wegen Dingen belastet wird, die er nicht getan oder verschuldet hat, ist es sinnvoll, wenn er sich einen juristischen Beistand nimmt. Allein steht man oft relativ hilflos vor einer Struktur, die ja bestimmte Interessen verfolgt. Mit Hilfe eines Anwalts gewinnt man ein Stück Stärke zurück – und erhält in vielen Fällen sogar sein Recht. Wem die finanziellen Mittel fehlen, kann unterdies eine Prozessfinanzierung zu Rate ziehen.

Mehr

Psychodruck am Schreibtisch: Mobbing im Büro

Posted by on Jul 26, 2012 in Allgemein | Keine Kommentare

Der tägliche Gang ins Büro kann schnell zum Horrortrip werden, wenn Psychoterror und Angst den Arbeitsalltag beherrschen. Mobbing am Arbeitsplatz ist ein tagtägliches Problem in deutschen Betrieben. Angestellte werden Opfer von Lügen, Gerüchte kursieren und auf eine Aufklärung braucht man weder zu hoffen, noch zu warten, wenn man nicht selber aktiv wird. Siehe auch hier: es kann nur dem geholfen werden, der um Hilfe bittet.

Ganz wichtig für Opfer: über die Probleme reden

Sofern die unmittelbaren Vorgesetzten nicht Teil des Problems sind, sind sie der erste Ansprechpartner für Opfer von Mobbing. Natürlich ist dies für die Betroffenen kein einfacher Gang. Denn es geht schließlich darum, Kollegen anzuschwärzen, die einem ohnehin nicht gut gesonnen sind. Was, wenn die eigenen Schilderungen keinen Glauben finden. Dann könnte alles möglicherweise noch schlimmer werden. Andererseits kann eine Aufklärung nicht erfolgen, wenn man das Problem konsequent totschweigt. Lügen und Gerüchte tendieren nicht dazu, von selber zu verschwinden, sondern entwickeln aller Wahrscheinlichkeit nach ein ungesundes Eigenleben, wenn ihnen nicht konsequent entgegen getreten wird. Von daher spricht viel dafür, lieber jetzt als später dafür zu sorgen, dass von verantwortlicher Seite eingegriffen wird.

Die Lösung liegt auch im Eigeninteresse des Unternehmens

Wenn Mobbing in einem Betrieb um sich greift, hat dies nicht nur Folgen für das Betriebsklima, sondern mittelbar auch auf das Betriebsergebnis. Deshalb haben auch der Arbeitgeber und seine leitenden Angestellten ein Eigeninteresse daran, Lügen und Gerüchte auf den Fluren des Unternehmens nach Möglichkeit zu unterbinden. Was aber kann ein Arbeitgeber im Fall von dauerhaftem Mobbing gegen eine oder mehrere Arbeitnehmer konkret unternehmen? Die Täter zu einem Geständnis zu bewegen, ist meist wenig zielführend, da diese eine Abmahnung fürchten dürften.

Ganz wichtig: sich ein genaues Bild machen

Besser ist es daher, wenn der oder die Vorgesetzte zunächst versucht, sich ein eigenes Bild der Lage zu machen. Wenn sich leitende Angestellte darum bemühen, besser hinzuhören, werden viele Probleme schnell offensichtlich. Im Falle von organisiertem Mobbing gegen einen einzelnen Arbeitnehmer gehen die Täter aber häufig gezielt und gut versteckt vor. In diesem Fall ist von Arbeitgeberseite her zu überlegen, ob nicht das Engagement von einem Detektiv dazu geeignet ist, schnell Ergebnisse zu haben, auf deren Grundlagen arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet werden können. Dazu siehe auch hier.

Mehr